Interview mit Frank Janßen

Einführung von Objectives & Key-Results bei Gebr. Brasseler

OKR

Frank Janßen ist Marketingleiter bei Komet Dental aus dem Hause Brasseler (Lemgo), einer der führenden Marken für dentale Präzisionsinstrumente. Neben dem „klassischen Marketing“ verantwortet er auch die Digitalprojekte im Unternehmen und arbeitet an strategischen Initiativen für das Gesamtunternehmen mit. Mit ihm hat Stefan über seine Erfahrungen bei der Einführung von OKRs gesprochen und worauf es wirklich ankommt. Die Theorie der Methodik ist es nicht, so viel können wir schon mal verraten.

Frank Janßen

Stefan: „Frank, wir kennen uns jetzt auch schon seit einigen Jahren und ich habe die Entwicklung von Euch natürlich immer wieder verfolgt und zum Teil auch begleiten dürfen. Dabei konnte ich immer wieder beobachten, dass Ihr Euch neuen Entwicklungen zwar manchmal etwas später, dann aber mit voller Kraft widmet und konsequent angeht.

Was war nun der Auslöser für die Einführung der OKR Methodik bei euch?“

Frank: „Der Impuls kam aus einem Innovationsprojekt heraus, in dem wir mit einer externen Beratung zusammengearbeitet haben. Diese hat uns auf die Idee gebracht, OKRs für die Definition unserer Ziele im Projekt zu nutzen. Wir kannten schon verschiedene agile Methoden, aber OKRs waren uns damals noch neu. Mir hat dabei besonders gefallen, dass die Verantwortung klarer delegiert und auf das Team verteilt wird.

Wir haben es damals dann zwar nicht implementiert, aber der Gedanke hat mich dann nicht mehr losgelassen. Als wir jetzt aufgrund der veränderten Marktbedingungen unsere Strategie überarbeiten wollten, habe ich vorgeschlagen dafür doch einmal die OKR Methodik auszuprobieren.“

 

Stefan: Wie seid Ihr dann gestartet?“

Frank: „Wie wahrscheinlich jeder startet: ich habe mich erstmal im Internet weiter über die Methodik informiert. Dabei hat mir vor allem die Strategiepyramide sehr gefallen, da ich diese direkt auf unser bisheriges Vorgehen adaptieren konnte. Bei dem „Corporate Incubation Netzwerktreffen“ von Euch konnte ich dann weitere Informationen sammeln und mich mit anderen Unternehmen dazu austauschen. Das hat mich dann überzeugt, die Methodik auch bei uns auszuprobieren.

 

Stefan: „Was waren dann die konkreten Schritte im Unternehmen, die du vor dem Start durchgeführt hast?“

Frank: „Ich habe erstmal damit begonnen die Stakeholder im Management abzuholen und von der Methodik zu überzeugen. Dabei waren wir uns relativ einig, dass wir eine neue Herangehensweise an die Gestaltung unserer Strategie und unserer Ziele nutzen müssen – auch wenn wir uns damals noch nicht voll umfänglich bewusst waren, was das in voller Konsequenz für das Unternehmen bedeuten wird.“

Stefan: „Ihr hattet nun vor einigen Wochen die ersten Workshops mit dem Management dazu. Wie waren deine Erfahrungen?“

Frank: „Wir haben uns klassisch erstmal der Vision und Mission gewidmet und waren uns da nach einigen Diskussionen doch relativ schnell einig. Deutlich schwieriger wurde es dann schon in der Strategie-Entwicklung, da jeder Bereich andere Vorstellungen davon hatte, welche Zeithorizonte, Schwerpunkte und Vorgehensweise wir wählen sollten. Aber auch das haben wir dann in Summe gut gemeistert und dabei ganz neue Akzente für uns gesetzt, da wir viel kundenorientierter diskutiert haben. Da hilft oft auch die Veränderung der Perspektive, welche auch durch eine separate Moderation und einen unternehmensfremden Ort für die Workshops befähigt wird.“

 

Stefan: „Ihr habt Euch bis dahin ja an das klassische Vorgehen gehalten, wie seid Ihr dann bei der Ableitung von Objectives und Key-Results aus der Strategie vorangekommen?“

Frank: „Das war dann schon deutlich schwieriger, da haben wir einfach die Komplexität unterschätzt. Der Teufel liegt da wie immer im Detail und die korrekte Formulierung der Objectives, also der Ziele, hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Deshalb sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir uns erstmal auf grobe Ziele einigen und im Nachgang dann die korrekte Formulierung erstellt wird, die wir dann gemeinsam verabschieden. Es ist ein Weg des Lernens.

Was mich am meisten gefreut hat, war, dass alle Teilnehmer es zwar sehr anstrengend fanden, die konkreten OKRs zu entwickeln, sich aber gleichzeitig alle einig waren, dass es genau der richtige Weg ist, um mit der neuen Wirklichkeit umzugehen. Unsere Strategie ist nun deutlich näher an der Wirklichkeit der Mitarbeiter und den großen Veränderungen, die wir noch angehen wollen.

Dazu bedingt es aber deutlich mehr als einem ORK Workshop, was mir immer wieder bewusst geworden ist. Die Kultur des Unternehmens und das Mindset jedes Einzelnen muss sich mitentwickeln, sonst ist die gesamte Methodik nicht wirksam umsetzbar.“

 

Stefan: „Wie geht es nun weiter bei Euch – Ihr befindet euch ja noch ganz am Anfang Eurer OKR-Einführung?“

Frank: „Mit der Durchführung der Workshops mit dem Management wollten wir für uns testen, ob die Methodik für uns in Frage kommt und wir uns vorstellen können, danach zu arbeiten. Jetzt geht es daran die Ergebnisse zu verfeinern und einen ersten Stand zu verabschieden.

Dabei ist uns durchaus bewusst, dass es noch ein langer Weg sein wird, bis das gesamte Unternehmen soweit ist, nach der OKR Methodik zu arbeiten, aber wir starten erstmal im Management und kaskadieren es dann Schritt für Schritt weiter runter.

Dafür werden wir weitere Mitarbeiter schulen und uns auch externe Unterstützung dazu holen, denn man ist doch selbst immer wieder viel zu sehr von der eigenen Perspektive eingenommen. Da hilft es einfach, einen unabhängigen Blick auf die Formulierungen zu erhalten und auch die Perspektive des Kunden immer wieder als Referenzwert mit einzubeziehen.

Das Ganze dann in den laufenden Betrieb zu integrieren wird dann sicherlich der schwierigste Teil des Prozesses werden. Wir werden das daher auch nicht einfach für alle auf einmal bestimmen, sondern sukzessive ausrollen und dabei auch unsere Eigenheiten nicht vergessen. Wir machen das eben auf dem „Komet-Weg“ und mit unserem Tempo. Wichtig ist, sich nicht entmutigen zu lassen und konsequent den Weg der Veränderung weiterzugehen.“

 

Stefan: „Super, dabei wünsche ich viel Erfolg und danke dir für dieses kurze Interview!“

Wortmarke Brasseler

Brasseler stellt weltweit anerkannte Medizintechnik her. Unter dem Markennamen Komet produzieren und vertreiben wir Instrumente für die Dentalbranche, die Chirurgie und die Schmuckindustrie. Präzise, hochwertige Instrumente in höchster Qualität.

Die Innovationen aus der eigenen Forschung und Entwicklung setzen seit der Gründung immer wieder Maßstäbe.

Brasseler beschäftigt heute in Lemgo rund 1200 Menschen, weltweit sind es 1400. Sie vertreiben Ihre Produkte in über 100 Ländern. In Frankreich, Italien, Österreich und den USA sind sie auch mit eigenen Vertriebsgesellschaften vertreten.

Sie möchten mehr zum Thema Objectives & Key-Results erfahren oder möchten diese in Ihr Unternehmen einführen? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.

Stefan Mrozek mindsandmaker

Stefan Mrozek

Geschäftsführender Gesellschafter & Lead Consultant

s.mrozek@mindsandmaker.de

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